So pflegen Sie Ihre Textil- und Leder-Motorradbekleidung

Egal, ob Leder oder Textil, irgendwann wird die Bekleidung beim Töfffahren schmutzig. Hier, was es beim Reinigen und Pflegen zu beachten gilt.

Natürlich wird beim Motorradfahren nicht nur der Töff selbst, sondern auch die Bekleidung arg beansprucht und zum Teil stark verschmutzt. Regelmässige Reinigung und Pflege sind zwingend erforderlich, wenn man möglichst lange eine intakte und optisch ansprechende Schutzbekleidung haben möchte.

Textil – Hinweise beachten

Die Reinigung und Pflege von Textilmaterialien ist, im Vergleich zu Leder, relativ simpel. Viele Textilkombis können problemlos in der Waschmaschine gewaschen werden. Dabei ist es aber elementar, sich an die vorgegebene Temperatur zu halten, um Schäden am Material zu verhindern. Auch bei der Wahl des Waschmittels ist Vorsicht geboten, vor allem wenn die betroffene Ausrüstung mit einer Klimamembran versehen ist (siehe Kasten). Bei Textilbekleidung, die nicht in die Waschmaschine darf, eignet sich jeweils das Einlegen, beispielsweise in der Badewanne. Auch hier ist jedoch die vorgegebene Maximaleinwirkzeit des Mittels zu beachten.

Imprägnieren schützt vielseitig

Nach dem Waschen empfiehlt es sich immer, die (komplett getrockneten!) Kleidungsstücke zu imprägnieren. Imprägniersprays schützen bekanntermassen vor Nässe, aber das ist lange nicht alles. Qualitativ hochwertige Sprays verlangsamen zudem das Ausbleichen durch UV-Strahlung, sind schmutz- und ölabweisend und unterstützen im Idealfall das Erhalten der Atmungsaktivität von Klimamembranen.

Leder – die Pflege erfolgt im Innern

Geht es um die Pflege von Lederbekleidung, ist es elementar, dass die Pflege im Inneren stattfindet und nicht auf der Oberfläche. Aus diesem Grundsatz lässt sich nun Verschiedenes ableiten: Erstens bedeutet das, dass Leder immer zuerst gereinigt werden muss, bevor es gepflegt wird, denn nur, weil keine Flecken zu sehen sind, heisst das noch lange nicht, dass das Kleidungsstück auch sauber ist.

Poren müssen atmen können

Da Leder im Grunde nichts anderes ist als tote Haut, verfügt es natürlich – wie auch die lebende Haut z.B. beim Menschen – über Poren. Diese Poren werden durch Staub und Schmutz verstopft, auch wenn keine sichtbare Verunreinigung der Oberfläche besteht. Dadurch verliert das Leder seine Atmungsaktivität. Daraus folgt: Auch visuell sauberes Leder sollte regelmässig – im Idealfall mit einem passenden Reiniger – geputzt werden; nur so können die Poren nachhaltig wirken.

Anhaltende Geschmeidigkeit

Sind die Poren offen, steht die Pflege an. Beispielsweise mit einem Pflegespray. Dieser zieht ins Leder ein, pflegt die einzelnen Fasern und sorgt damit dafür, dass das Leder schön geschmeidig bleibt und nicht austrocknet. Der typische Glanz auf der Oberfläche trägt dabei übrigens kaum zur Pflege des Leders bei, sondern erfüllt vor allem optische Zwecke. Für alle matten und rauen Leder gibt‘s ebenfalls spezielle Pflegeprodukte, die auf ebendiesen Glanz verzichten, damit das matte Leder auch matt bleibt.

Wichtig zu beachten:  

Vorsicht bei Membranen

Egal, ob es sich bei der zu waschenden Bekleidung um Leder oder Textilien handelt, bei Klimamembranen ist immer Vorsicht geboten. Die Membran ist bei vielen Töff-Ausrüstungsteilen matchentscheidend. Oft ist sie es, die das Eindringen von Wasser verhindert, das Austreten von Feuchtigkeit aber zulässt und somit für ein angenehmes Klima am Körper sorgt. Nachteil dieser ausgeklügelten Technologie: Wird die Membran falsch behandelt, geht sie kaputt. Klar, manch gewiefter Zeitsparer könnte sich nun sagen: „Na dann wasche ich die Membran halt einfach nicht, dann geht auch nix kaputt.“ Doch aufgepasst! Sind die Membran und ihre Poren von Schmutz, Schweiss oder Hautpartikeln verstopft, lässt sie wohl immer noch kein Wasser rein, atmungsaktiv ist sie dann aber nicht mehr oder zumindest nicht mehr im ursprünglichen Umfang.

Waschmittel für Membranen

Membranen sollten also regelmässig gewaschen werden – mit den richtigen Mitteln. Denn herkömmliche Waschmittel enthalten oft Bleichmittel, Weichmacher und weitere Zusätze, die eine Membran unter Umständen irreparabel schädigen können. Darum gibt es von verschiedenen Herstellern Waschmittel extra für Funktionsbekleidung.

Kosmetik fürs Leder

Eigentlich ist es ja gar nicht so abwegig, komisch klingt‘s trotzdem: In Lederbalsamen findet man häufig sogenanntes Jojobaöl. Das Witzige daran: Dieses Öl wird ansonsten meist in relativ hochpreisigen Kosmetikprodukten verwendet.