Motorradkauf - So finden Sie Ihr Traumbike

Ob Rennmaschine oder gemütlicher Cruiser; der Kauf eines Motorrads ist eine schwierige Entscheidung. Wir geben Tipps, worauf Sie achten sollten.

Mit dem Beginn der wärmeren Jahreszeit erwacht auch der Wunsch, sich ein Motorrad zu kaufen. Doch beim Stöbern fällt auf: das Angebot ist schlicht riesig. Alleine auf MotoScout24 sind tausende Bikes ausgeschrieben.

Flinke japanische Rennmaschinen, massive Harley-Davidson-Chopper und robuste Motocross-Bikes buhlen um die Aufmerksamkeit der Käufer. Bei diesem Angebot das richtige Motorrad zu finden, ist schwierig.

Was will ich – und was kann ich?

Die erste Frage, die Sie sich stellen sollten, ist: Wofür brauche ich das Motorrad eigentlich? Kurze Ausfahrten nach Feierabend? Lange Touren? Habe ich regelmässig Gepäck oder jemanden auf dem Soziussitz mit dabei? Und für welche Kategorie habe ich bereits den Führerschein?

Am besten wenden Sie sich mit Ihren Wünschen an einen Fachhändler oder suchen im Internet nach Tests und Nutzerberichten. Dabei sollten Sie auch Ihr fahrerisches Können ehrlich einschätzen. Superbikes mit über 150 PS zum Beispiel sind – in der Hand eines ungeübten Fahrers – schlicht gefährlich. Als Orientierungshilfe finden Sie bei uns auch eine Übersicht über die verschiedenen Motorradtypen.

Haben Sie sich für ein bestimmtes Modell entschieden, finden sich häufig mehrere passende Angebote. Nun gilt es, bei einer Besichtigung mit Probefahrt eine Kaufentscheidung zu treffen. Besonders bei Occasionen lauert der Teufel dabei oft im Detail.

Die Besichtigung vor Ort

Ist der Verkäufer eine Privatperson, nehmen Sie zur Besichtigung des Motorrads am besten einen technisch versierten Freund mit. Sollte dies nicht möglich sein, empfiehlt sich ein Technik-Check für Occasionen.

Mechanische Defekte? Ein genauer Blick zeigt es.
Vor Ort zählt der erste (optische) Eindruck. Ein gutes Indiz für den Zustand des Motorrads ist auch das Service-Heft. Seien Sie sehr skeptisch, falls es fehlt. Auf jeden Fall sollte die Besichtigung im Freien und bei Tageslicht durchgeführt werden. In einer Garage oder bei Abenddämmerung übersieht man schnell ein paar Details – und das kann nach dem Kauf teuer werden.

Wichtiges zur Probefahrt

Wenn das Motorrad bei der Besichtigung einen guten Eindruck macht, ist es Zeit für eine Probefahrt. Falls der Verkäufer diese verweigert: Hände weg. Üblich sind in der Schweiz etwa 30 Minuten. Auf jeden Fall sollte die Zeit reichen, das Motorrad im Stadtverkehr und auf der Autobahn zu testen. Hier gilt es, mit dem Verkäufer zu verhandeln. Klären Sie vor einer Probefahrt auch das Thema Versicherung ab – für den Fall, dass etwas passiert.

Beim Occasionskauf sollten Sie zudem darauf bestehen, dass der Motor nicht warm gefahren wurde. So können Sie gleich überprüfen, ob das Motorrad beim Kaltstart Probleme hat. Auch für die Probefahrt haben wir eine Checkliste erstellt.

Achten Sie während der Fahrt auch auf Ihr subjektives Empfinden. Fühlen Sie sich auf dem Motorrad wohl? Haben Sie es – beim Rangieren oder Beschleunigen – im Griff? Je nachdem für welchen Zweck Sie das Motorrad brauchen wollen, sind hier andere Kriterien wichtig. Denn was nützt Ihnen ein schnelles Tourenmotorrad, auf dem Sie sich schon nach fünf Minuten unwohl fühlen?

Vor allem bei Touren-Bikes ist der Sitzkomfort wichtig.