Ducati 1098R - Tiefstapler mit 186 PS

Sie ist das stärkste und leichteste Zweizylinder-Serienmotorrad, das jemals gebaut wurde – und besitzt fast 1200 ccm Hubraum. Ein Blick auf das vielgerühme und berühmte Superbike aus Borgo Panigale.

Eigentlich ists ein Etikettenschwindel, denn die Italiener stapeln bezüglich Hubraum tief. Die Ducati 1098R schöpft ihren vielbesungenen Dampf nicht aus 1098, sondern aus 1198 ccm. Zudem besitzt die Maschine sämtliche Rennsport-Ingredienzien für die Superbike-Weltmeisterschaft. Dies hat seine eigene Geschichte.

In der sehr seriennahen, werbeträchigen Superbike-WM gerieten die Italiener mit ihrem eigentümlichen Zweizylinder-Konzept gegenüber den leistungsfähigeren, aber weniger „charakterstarken“ Vierzylindern-Konkurrenz ins Hintertreffen. Dank einer (von den Italienern erzwungenen) Reglementsänderung dürfen die Ducati-Twins in der Saison 08 nun 200 ccm mehr Hubraum aufweisen als die Tausender-Vierzylinder.

Daneben schränkt das neue Superbike-Reglement nachträgliches Tuning am Serienmotorrad massiv ein, was zur Folge hat, dass die Hersteller ihre Serien-Renner schon ab Werk konsequent auf den Sport auslegen müssen, um ihre WM-Chancen zu wahren. Und so entstand in Borgo Panigale mit der 1098R ein kompromissloser Edelracer, 186 PS stark und lediglich 165 Kilogramm leicht.

Achtstufige Traktionskontrolle

Nun ein Blick auf nur einige der wichtigsten Änderungen gegenüber dem 1098er-Basismodell. Beim Motor sind dies grössere, leichtere Ventile, schärfere Nockenwellen für mehr Ventilhub, eine höhere Verdichtung, edlere Materialien (z.B. Ventilsitze aus Beryllumbronze, Pleuel aus Titan). Für brachiale Verzögerung sorgt die riesige Monobloc-Doppelscheiben-Bremsanlage von Brembo.

Und dann natürlich – als Filetstück sozusagen – die achtstufig verstellbare Traktionskontrolle. Stufe acht ist dabei der sanfteste, Stufe eins der aggressivste Modus, der Driftwinkel zulässt, welche weit jenseits aller Alarmglocken jedes Nicht- oder Halb-Profipiloten liegen.

Nicht nur die Leistung, auch der Preis liegt mit 53'000 Franken für ein Zweirad eigentlich jenseits von gut und böse. Was der gutbetuchte Liebhaber bzw. Rennfahrer allerdings dafür erhält, ist einen strassenzugelassenes Rennmotorrad, das bezüglich High-Tech-Komponenten bislang unerreicht ist und von einem ebenfalls unerreichten Nimbus begleitet wird.

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