„Bärlauch-Tour“ nach Westen

Die Töffsaison steht vor der Tür. Grund genug, sich Gedanken über mögliche Touren zu machen. Unser Vorschlag? Eine Ausfahrt über die Sprachgrenze in die nahe Romandie.

Die Tour:   

Distanz:    ca. 150 km
Fahrzeit:    ca. 2,5 Stunden
Sehenswert:    mittelalterliche Städtchen in der Romandie
Beste Jahreszeit:    Frühling, Sommer oder Herbst
Karte:    Strassenkarte der Schweiz 1:200 000 von swiss-topo, Ausgabe 2010 – 2011


Größere Kartenansicht

Es ist noch ziemlich kühl, als wir zur ersten grösseren Tour des Jahres aufbrechen – quasi die „Bärlauch-Tour 2011“. Wir fahren auf der A1 von Bern nach Westen und verlassen die Autobahn bei Mühleberg (1. Ausfahrt nach Bern-Westside).

Wir geniessen die langgestreckten, schnellen Kurven und lassen uns dann hinunter nach Gümmenen treiben, wo wir neben der alten Holzbrücke die Saane überqueren. Gleich danach geht’s unter der imposanten Eisenbahnbrücke hindurch zügig Richtung Laupen, wo Sense und Saane zusammenfliessen.

Von Laupen nach Murten

Heute verkneifen wir uns den Besuch des idyllischen, mittelalterlichen Zähringerstädtchens mit seinem Schloss und dem nachgebauten Katapult. Stattdessen überqueren wir nun die Sense und ziehen hinauf ins freiburgische Bösingen. Weiter geht’s durch schönstes Landwirtschaftsgebiet, bevor wir am Schiffenensee Halt machen. Zum Pedalofahren ists noch zu kalt, und auch Minigolf mag uns heute nicht zu begeistern. Darum ziehen wir über die Staumauer und am Camping vorbei weiter Richtung Murten.

Ab Salvenach erlauben wir uns einen kleinen, aber äusserst feinen Abstecher nach Münchenwiler. Das dortige Parkhotel Schloss Münchenwiler steht an der Stelle eines im 12. Jahrhundert errichteten Cluniazenserklosters. Gleich nebenan verzücken uns nicht nur die Jüngsten aus einer grossen, sehr gesund aussehenden Schafzucht. – Unser nächstes Ziel heisst Murten: Der Hauptort des freiburgischen Seebezirks beeindruckt uns durch seine bestens erhaltene Stadtbefestigung. Auf der Ringmauer geniessen wir den Blick über den Murtensee auf den Mont Vully.

Über den Mont Vully nach Avenches

Nach einem Kaffee unter den Arkaden Murtens pflügen wir mit unserem Stahlross durchs Grosse Moos und überqueren bei Sugiez den Broye-Kanal. Er verbindet den Murten- mit dem Neuenburgersee. Wir erinnern uns, dass rund um den Murtensee jeweils an einem Frühlingssonntag – heuer ist es der 10. April – ein „Slow up“ stattfindet, an dem motorisierte Fahrzeuge nicht erwünscht sind. Wir halten uns darum sofort rechts und erklimmen über die „Route Militaire“ den Weinberg Mont Vully.


Dort werden wir nicht nur mit einer atemberaubenden Sicht auf die Alpen belohnt; dank der steifen Bise treffen sich über dem Murtensee heute zahlreiche Jünger des Windgottes Aeolos und lassen ihre bunten Drachen steigen. Bevor wir weiterziehen, geniessen wir Richtung Norden auch den Blick über den Neuenburgersee und auf den noch schneebedeckten Chasseral. Runter geht’s nach Lugnorre und Cudrefin am Lac de Neuchâtel, dann weiter um den Murtensee herum nach Avenches in der Waadt.

Über Payerne nach Estavayer

Im Römerstädtchen Aventicum besuchen wir nicht bloss das Amphitheater. In der Hauptstadt des römischen Helvetiens faszinieren uns auch das Schloss und die malerische, mittelalterliche Altstadt. Wenig später machen wir uns auf den Weg nach Payerne.
Aarberg, wo sich am Wochenende viele Motorradfreunde treffen und Pause machen.
Beliebter Treffpunkt für Töfffahrer: Aarberg.
Nicht der wichtigste Militärflugplatz der Schweizer Armee zieht uns an, sondern die wunderschöne Altstadt mit ihrer Abteikirche aus dem 11. Jahrhundert. Bis nach Estavayer-le-Lac ists nun nicht mehr weit.

Über den See schweift unser Blick zum Neuenburger Jura. Anstatt dorthin zu fahren, geniessen wir auf dem Rückweg nach Bern über Erlach am Bielersee und das bernische Städtchen Aarberg immer wieder kurz die Sicht auf die Alpen. Sie sind noch stark verschneit – die erste grosse Bergtour auf zwei Rädern wird noch warten müssen.

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