Motorradtouren - Liebliches, nahes Elsass

Im Winter träumen wir von vergangenen Touren und freuen uns auf die kommende Saison. Und wir erinnern uns. Zum Beispiel an eine Gourmand-Tour durchs Elsass. Die Höhepunkte: Strasbourg, Mulhouse und die Route des Crêtes.

Die Tour:   

Distanz:  ca. 500 km
Fahrzeit: ca. 12 Stunden
Sehenswert: Turkheim, Strasbourg, Route des Crêtes, Mulhouse
Beste Jahreszeit: April bis September
Karte: Strassenkarte der Schweiz 1:200 000 von swiss-topo, Ausgabe 2010 – 2011. Strassenkarte Michelin, Französischer Jura, 1:150 000.


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Von Basel kommend verlassen wir die Autobahn bei Colmar, das wir heute jedoch links liegen lassen. Stattdessen machen wir erstmals Halt im nahen Turckheim. Wie auch die anderen altehrwürdigen Städtchen im elsässischen Weinland wird Turckheim (deutsch: Türkheim) von Frühling bis Herbst von flanierenden Touristen geradezu überlaufen.

Dies macht dem Reiz des kleinen Ortes aber keinen Abbruch. In unzähligen Kneipen geniessen die Gäste deftige einheimische Kost und den feinen Wein namens Türkheimer Brand, der im heissen und trockenen Sommer – die Umgebung von Colmar gehört zu den trockensten Gebieten Frankreichs – zu seiner Reife kommt.

Verweilen in Turckheim

Turckheim zieht Touristen an wie das Licht die Mücken. Wer das liebliche Elsässer Städtchen mit seinen Fachwerkhäusern gesehen hat, der weiss, warum.
Turckheim zieht Touristen an wie das Licht die Mücken. Wer das liebliche Elsässer Städtchen mit seinen Fachwerkhäusern gesehen hat, der weiss, warum.
Die Porte de France, die Porte de Munster und die Porte du Brand sind nur drei der Sehenswürdigkeiten Turckheims; nicht verpassen sollte man auch das „Gasthaus zu den zwei Schlüsseln“ (Hôtel des Deux Clefs), das zu den eindrücklichsten Fachwerkhäusern des Ortes zählt.

Wir verlassen das heisse Städtchen und schwingen uns wieder auf die Räder, wo uns Kühlung erwartet. Heute lassen wir aber die – durchaus lohnenden – Besuche von Orten wie Eguisheim (zurück Richtung Basel), Riquewihr oder Ribeauville (Richtung Norden) aus und fahren direkt nach Strasbourg.

Atemberaubendes Strassburg

Im Hotel angekommen, schlendern wir erst einmal gemächlich durch die Altstadt dem Fluss Ill entlang. Strasburg bezeichnet sich selber auch als „Hauptstadt Europas“, Die Stadt beherbergt zahlreiche europäische Einrichtungen, unter anderem den Europarat, das Europaparlament oder den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Das Strassburger Münster, auch Liebfrauenmünster oder Cathédrale Notre-Dame genannt, ist das Wahrzeichen der Stadt am Rhein. Wer es erstmals, durch die alten Gassen schlendernd, erblickt, den erschlägt die schiere Grösse des Bauwerks beinahe. Schliesslich gehört das Strassburger Münster zu den bedeutendsten Kathedralen der europäischen Architekturgeschichte und zu den grössten Sandsteinbauten der Welt. Ihr Glockengeläut soll zu den schönsten in ganz Europa gehören.

Doch nicht bloss das Münster raubt uns beinahe den Atem. Das majestätische Maison Kammerwell oder das verwinkelte Gerbervierten gehören zum Schönsten, was das grenznahe nördliche Ausland uns Schweizern an Architektur zu bieten hat. Wir geniessen den Abend bei Flammkuchen und Bier und schauen zu, wie sich Touristen über die Arme der Ill durch die Stadt gondeln lassen.

Saint-Dié und die Route des Crêtes

Am nächsten Tag verlassen wir Strassburg in südwestlicher Richtung und machen uns auf den Weg nach Saint-Dié des Vosges. Hier schauen wir den Marktfahrern zu, wie sie ihre Stände abbrechen und lassen uns eine feine spanische Pata Negra schmecken. So gestärkt schwingen wir uns zurück auf die Strasse. Nun wartet das töfftechnische Filetstück der Reise auf uns – die Route des Crêtes.

Die 77 Kilometer lange Moto-Traumroute führt dem Kamm der Vogesengipfel entlang durch den Regionalen Naturpark Ballons des Vosges. Ursprünglich eine Militärstrasse, verläuft die beliebte Ausflugsroute (am Wochenende sind hier nicht nur Hunderschaften von Töffbegeisterten, sondern auch unzählige Velofreaks und Sonntagsfahrer auf vier Rädern unterwegs) vom Col du Bonhomme im Norden bis in die Gegend von Mulhouse im Süden.

Auf gut 1200 Metern Höhe – ein Kurzspaziergang ganz zur Krete hinauf lohnt sich! – bietet sich ein beeindruckender Blick übers Rheintal hinweg auf den Schwarzwald am rechten Rheinufer. Ist das Wetter klar, sieht man von hier oder vom nahen Ballon des Vosges die Schweizer Alpen.

Von Mulhouse durch den Jura

Wir rauschen den Ballon hinunter nach Cernay und erreichen von dort Mulhouse, wo wir nächtigen werden. Die Stadt nahe der Grenze trumpft unter anderem mit einem äusserst sehenswerten Rathaus auf.

Aber auch mit unzähligen guten Restaurants, in welchen die gute Laune und das feine Elsässer Essen zelebriert werden. Wir empfehlen z.B. die Weinstube „Zum Sauwadala“ an der 13 rue de l'Arsenal in der Altstadt – heimelig und himmlisch deftig.

Altkirch, Hisingue und Ferrette lauten die Namen entlang der schönen Landstrasse, über die wir die Juraketten durchqueren und nach Delsberg gelangen, von wo aus wir den Heimweg unter die Räder nehmen.

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