Motorradtouren - Kurvenparadies Südschwarzwald

Der Solothurner, der Baselbieter und der Aargauer Jura, das deutsche Bad Säckingen und St. Blasien im Schwarzwald sind die Highlights unserer heutigen Tour.

Die Tour:   

Distanz: ca. 150 km
Fahrzeit: ca. 3 Stunden
Sehenswert: Baselbieter und Aargauer Jura, Holzbrücke in Bad Säckingen, Dom und Kapell in St. Blasien, Waldshut.
Beste Jahreszeit: März bis Oktober
Karte: Strassenkarte der Schweiz 1:200 000 von swiss-topo, Ausgabe 2010 – 2011


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Wir verlassen die A1 in Rothrist und machen auf dem Weg zum Unteren Hauenstein Halt im Solothurnischen Trimbach. Und zwar bei Wernli, den man – glaubt man der Werbung – einfach „gernli“ haben muss. Auf dem Sonntagsmarkt vis-à-vis gibt’s Waffeln von der Trachtengruppe, Spinnräder und gefärbte Wolle und einen brandroten 44er Dodge der lokalen Feuerwehr zu bewundern. Auf unserem weiteren Weg hinauf zum Pass bestaunen wir beim Töfftreff „Restaurant zur Eisenbahn“ die abgestellten Boliden, später einen hellblauen „Bugatti“, der einst ein „Käfer“ war und auch so tönt.

Kurz nach dem Pass zweigen wir rechts Richtung Wisen ab. Ein Schild weist uns den Weg nach Moskau und Peking – so weit wollen wir allerdings heute nicht fahren. Stattdessen geniessen wir das gut ausgebaute Landsträsschen, das uns nach Zeglingen bringt. Dann geht’s mit gefühlten 100 Prozent Steigung scheinbar direkt hinauf in den Himmel. Dort wollen wir aber schon gar nicht hin!

Vorsichtig lenken wir unser Dickschiff stattdessen Richtung Oltingen und lassen uns dann, den Blick in den nahen Schwarzwald geniessend, nach Gelterkinden hinunter treiben. Durch hügeliges, teils waldiges Gelände und auf griffiger, kurviger Strasse kommen wir durchs Weinbauland vom Baselbiet ins aargauische Magden. Von dort geht's über Möhlin und den Rhein ins deutsche Bad Säckingen.

Europas längste gedeckte Holzbrücke

Die gut erhaltene Altstadt, das altehrwürdige Fridolinsmünster, Europas längste gedeckte Holzbrücke (sie ist 205 Meter lang und wurde bis in die 1970er Jahre von Autos befahren) und das kleine Schloss samt Park mit Kakteen und exotischen Vögeln – der Ort direkt an der Grenze hat vieles zu bieten. Mit etwas Glück sogar einen Auftritt des historischen Trompeters von Säckingen. Für Hungrige bietet sich der Chinese nahe der Holzbrücke an. Wer's etwas üppiger mag: „Marco Polo“ im Gasthof „Weinstube“ am Münster bietet feinstes argentinisches und US-Beef zu angenehm tiefen (Euro-)Preisen.


Schnelle Kurven ohne Ende

Statt zu schlemmen, klemmen wir uns wieder aufs Bike und nehmen die 30 Kilometer bis Todtmoos unter die Räder. Die Piste ist bestens ausgebaut, erfreut uns mit schnellen Kurven ohne Ende und immer wiederkehrenden Blicken auf die fernen Schweizer Alpen.

Halt machen wir aber erst in St. Blasien, wo – nomen est omen – an der Feier zum 150-jährigen Bestehen der Stadtmusik vor allem Blasmusik gespielt wird. Der halbe Schwarzwald und Hunderte von Trachten tragenden Musikanten haben sich am Fuss des Doms versammelt und feiern und spielen, was das Zeug hält. Im Festzelt gibt’s Bier und Currywurst. Gleich nebenan geht’s am Jesuitengymnasium, einem Internat für Jungs und Mädels wohl etwas gesitteter zu. Die ehemalige Benediktinerabtei wurde im 9. Jahrhundert gegründet.