Test - Renault Twizy
Erfrischend anders
Renault setzt seine Elektro-Offensive fort und lanciert den frechen Twizy. Die Idee funktioniert – wie die ersten Runden im unkonventionellen Zweisitzer zeigen.
11.05.2012 Rahel Ueding
Weder Töff noch Auto, macht der
Renault Twizy trotz seiner Skurrilität eine ziemlich gute Figur im Stadtbild. Und vor allem ergibt er dort auch Sinn.
Während andere Kabinenroller noch in der Entwicklung stecken oder höchstens als Nischenprodukte bezeichnet werden können, flitzt der Twizy bereits leicht und spritzig durch den Stadtverkehr. Und will gar nichts anderes sein als lautloses, umweltfreundliches Vehikel für kurze Strecken.
Pfeffer unter der Haube

Der Twizy schlängelt sich auf Wunsch auch zügig über Landstrassen.
Auf den ersten Blick imponieren seine Leistungswerte nicht besonders: 18 PS, 57 NM Drehmoment, 6,7 Sekunden auf 50 km/h und eine Spitze von 80 km/h. Dabei sind sie in der Praxis alles andere als zu verachten! Zum einen dank der Mithilfe der F1-Ingenieure, die auch schon für Weltmeister Vettels Redbull-Team tätig, und beim Twizy für den Motor zuständig waren.
Für das Fahrwerk zeichnet wiederum das Team von
Renault Sport verantwortlich. Entsprechend knackig ist das Fahrgefühl: seine präzise Spurtreue und dynamisches Kurvenverhalten machen richtig Spass. Und an der Ampel hält man locker mit den Rollern mit.
Die Stadtauto-Konkurrenz:
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VW Up - Volkswagen 3.0
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Seat Mii/Skoda Citigo - VW-Brüder im Kleinformat
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Chevrolet Spark - Spark and Ride?
Wendig und sicher durchs Gedränge
Mit seinen Abmessungen (2,34 m Länge, 1,24 m Breite) passt der Twizy zudem in so gut wie jede Parklücke und der sensationell kleine Wendekreis von 6,8 Metern lässt ihn flink wie ein Wiesel um jede noch so enge Kehre wuseln. Einziger Nachteil: Während der Elektrofloh den beiden hintereinander positionierten Passagieren durchaus genügend Platz einräumt, bleiben für Taschen oder Gepäck nur noch 31 Liter übrig.
Dafür gibt’s trotz fehlendem ABS und ESP punkto Stabilität nichts auszusetzen. Für sichere Fahrt sorgen die hochsteife Fahrgastzelle aus Kunststoff, die mit einem stabilen Stahlrohrrahmen verstärkt ist, sowie die programmiert verformbare Fahrzeugfront, ein Vierpunktegurt und Airbag für den Fahrer sowie ein Dreipunkt-Sicherheitsgurt für den Beifahrer. Schade nur, sind die bei schlechterem Wetter durchaus empfehlenswerten Scherentüren lediglich optional mit an Bord (+ 800 Franken!).
Laden wo immer man will

Eines der Mankos: Stauraum für die Einkäufe fehlt.
Einen weiteren Pluspunkt streicht der Twizy an der Ladestation ein. Hat man seien Akku leer gefahren (theoretisch nach ca. 100 km), muss man ihn praktischerweise nicht an eine eigens dafür vorgesehene Station andocken. Eine ganz normale Steckdose und 3,5 Stunden reichen, damit der Twizy wieder 100 % einsatzbereit ist. Das drei Meter lange Spiralkabel wird anschliessend einfach wieder im dafür vorgesehenen Stauraum unter einer Klappe in der Front versorgt.
Viel weniger einleuchtend ist dagegen das Konzept der Batterie-Miete. Kostet der Twizy schon bei der Anschaffung 9‘600 Franken für die Ausstattungsvariante „urban“ (10‘000 für „color“ und 10‘900 für „technic“), fällt für die Batterie je nach Jahreskilometer eine Mietgebühr zwischen 59 und 86 Franken pro Monat an. Bleibt die Frage, ob da bei allem Fahrspass nicht doch der ein oder andere Wunsch nach einem "richtigen" Kleinwagen aufkeimt.
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Renault Twizy Neuwagen
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