Testbericht – Ducati Multistrada 2012
Universalgenie
Sportbike, Citybike, Tourer und Strassenenduro: Die Ducati Multistrada punktet als waschechtes Allroundbike. Zwei Jahre nach der Lancierung spendiert ihr Ducati nun eine Überarbeitung.
04.04.2012 Imre Paulovits
Die Bergstrasse im Süden Spaniens windet sich unaufhörlich zwischen zerklüfteten Felsformationen hindurch. Kracks! - der Hauptständer setzt auf. Doch die Ducati Multistrada lässt sich nicht vom Kurs abbringen: Ihr feines Öhlins-Fahrwerk ist über alle Unebenheiten dieses winkligen Asphaltbandes erhaben.
Dazu kommt die herzerfrischende Leichtigkeit, mit der sich dieser immerhin 1200 ccm grosse Tourer mit seinem breiten Lenker von einer Schräglage in die andere werfen lässt. Und die Weichheit, mit der der Zweizylinder am Gas hängt, die Leichtigkeit und der Nachdruck, mit der er Fahrer, Beifahrer, Maschine und Gepäck aus den Ecken beschleunigt, nicht minder.
Komfort en masse

Die Multi weckt Fernweh und macht dabei erst noch eine gute Figur.
Szenenwechsel: Seit fünf Stunden fahre ich nun schon auf der Autobahn. Diese Zeit fällt so gar nicht ins Gewicht, denn weder werden die Arme lang, noch beginnt der Allerwerteste zu schmerzen. Windschutz und Sitzkomfort sind bei dieser Ducati genauso über alle Zweifel erhaben wie ihre Fahrdynamik.
Nach der erfolgreichen
Markteinführung vor zwei Jahren hat Ducati die Multistrada für 2012 einem Update unterzogen. Es gibt sie als Basismodell mit Marzocchi-Gabel und Sachs-Federbein, sowie als S-Modell mit elektronisch einstellbaren Öhlins-Federelementen, und das gleich in drei Varianten: als Multistrada S Sport mit Kohlefaserdeckeln, als die hier getestete Multistrada S Touring mit Gepäckkoffern und Hauptständer und als Multistrada S Pikes Peaks mit Ducati-Corse-Sonderlackierung, viel Kohlefaser, kurzem Windschild und Ducati-Performance-Auspuffanlage.
Durchdachte Änderungen im Detail

Aufgeräumt: Die Kabel der Heizgriffe hängen nicht mehr heraus.
Dass Ducati schon kleinste Details am Herzen liegen, zeigen die Modifikationen beim neusten Jahrgang: Neben der Optimierung des Mappings - diesem Update werden auch die bisherigen Jahrgänge bei der nächsten Inspektion unterzogen - und der Verbesserung des Bosch-Brembo-ABS hat die Multistrada eine Fahrersitzbank erhalten, die mehr Bewegungsfreiheit zulässt.
Dazu wurden die Kabel zu den Heizgriffen sauberer verlegt. Die bei der Touring serienmässigen Koffer haben neben ihrem Zentralschloss noch zwei Knebel am vorderen und hinteren Rand bekommen, damit sie sich auch im vollgepackten Zustand leicht und ohne Verwindung schliessen lassen.
Die Tourer-Konkurrenz:
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Kawasaki Z1000SX - Langstreckenjäger
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BMW R 1200 R - Mr. Perfect
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Kawasaki 1400 GTR - Ein Supertourer auf der Überholspur
Ansonsten ist die Ducati Multistrada das geblieben, was sie war. Mit ihrem sehr aufwendig gestalteten Bordcomputer, über den sich die vier Fahrmodi Enduro, Urban, Tour und Sport abrufen lassen, können Motorcharakter und Federung nach Herzenslust der Umgebung angepasst werden. Kommt hinzu, dass man die Modi und die Dämpfungsabstimmung auch individuell programmieren kann. Bei der Multistrada braucht der Zündschlüssel nicht eingesteckt zu werden - das Bike erkennt ihn auch in der Tasche des Fahrers.