Testbericht – Yamaha TMax
Evolution der Revolution
Vor elf Jahren hat Yamaha mit dem TMax das Segment der Maxi-Scooter revolutioniert. Jetzt wurde das Kultgefährt rundum überarbeitet.
19.03.2012 Hanspeter Küffer
Irgendwie ist es nur schwer zu verstehen: Ausgerechnet in Italien, dem Land von
Vespa und Co., fährt man nicht Italo-Scooter, sondern Yamaha. Und zwar den TMax, den schicksten, sportlichsten und teuersten aller Maxi-Scooter.
Über 115‘000 Tifosi haben sich bisher für das Kultgefährt entschieden und Yamaha damit rund zwei Drittel der gesamten Produktion abgenommen. Auch hierzulande ist der TMax sehr beliebt, wenngleich die Verkaufszahlen marktbedingt deutlich tiefer liegen.
Kantiger Charme

Komplett neu: das Cockpit mit Info-Display.
Nach zwei Überarbeitungen lässt Yamaha bereits die vierte Generation des Bestsellers anrollen. Auffallend sind in erster Linie die optischen Änderungen, vor allem das kantigere und aggressiver wirkende Design. Komplett neu ist auch das Cockpit, das zwischen dem runden Tourenzähler und dem Tacho ein winziges Digitaldisplay mit diversen, individuell abrufbaren Anzeigen und den üblichen Kontrollleuchten beinhaltet.
Dem allgemeinen Trend zu mehr Power entspricht Yamaha mit einer geringen Leistungssteigerung auf 46,5 PS und der Anhebung des maximalen Drehmoments um beachtliche zehn Prozent. Der nette Nebeneffekt? Man fährt bei konstanter Geschwindigkeit grundsätzlich in tieferen Drehzahlen, was den Verbrauch reduziert. Ebenfalls neu und aussergewöhnlich ist der Endantrieb mittels Zahnriemen: Er ist leichter, wartungsfrei und arbeitet deutlich leiser.
Vorsprung durch Technik
Was das Fahrwerk betrifft, war der TMax bis heute eine Klasse für sich. Ein moderates Gewicht (221 kg) und eine leicht modifizierte Fahrwerksgeometrie fördern die Handlichkeit und bewirken eine motorradähnliche Stabilität und entsprechende Fahreigenschaften.

Die Bremsen mit ABS sind in der Praxis kaum je überfordert.
Von 0 auf 100 km/h sprintet der TMax in weniger als sieben Sekunden. Er ist damit schneller als viele renommierte Mittelklasseautos. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei über 170 km/h. Die Bremsen sind dem hohen Leistungspotenzial durchaus gewachsen. Die mit ABS bestückten Stopper sind gut dosierbar und verzögern bei entsprechendem Zugriff vehement.
Trotz stärkerem Motor und stabilerem Fahrwerk ist der neue TMax kompakter als die meisten Maxis. Für Fahrer und Beifahrer ist dennoch mehr als genug Platz vorhanden, was für das Helmfach unter der nach hinten aufklappbaren Sitzbank leider nicht zutrifft.
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Fazit
Trotz Motorradnähe in Sachen Fahrwerk und Motor ist der TMax weiterhin eher Roller als Töff. Dafür sprechen in erster Linie die stufenlose Antriebsautomatik, der hohe Bedienungskomfort und die entspannte, roller-typische Sitzposition. Hinzu kommt der gute Wetterschutz. Bemerkenswertester Vorteil im Vergleich zu anderen Maxi-Scootern ist nach wie vor das exzellente Fahrwerk, das in Bezug auf Stabilität, Lenkpräzision und Handling auch in Zukunft Massstäbe setzen dürfte.
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